Businessplanwettbewerb für Unternehmensgründer

Der bundesweite Businessplanwettbewerb promotion Nordhessen leistet wertvolle Unterstützung durch nachhaltige Förderung neuer Unternehmensgründungen mittels Businessplanberatung, aktivem Netzwerkmanagement sowie der Vermittlung von Gründer Know-how.
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Sponsorengespräche

B.Braun Melsungen AG - Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf

Offenheit für das Neue: Innovation und Erfolg aus Tradition

Warum die B. Braun Melsungen AG „promotion Nordhessen“ von Beginn an fördert


Drei Eigenschaften, wenn nicht sogar Tugenden, ziehen sich wie Traditionslinien der B. Braun Melsungen AG seit beinahe 180 Jahre durch das Selbstverständnis des familiengeführten Weltkonzerns: Treue in langfristigen Bindungen an Menschen und Regionen, das Hervorbringen guter Ideen, die als Chancen in die Zukunft reichen, und vor allem die Umsetzung dieser Ideen in die erfolgreiche Unternehmenspraxis. „Das sind auch die Gründe, warum wir den Gründerwettbewerb promotion Nordhessen unterstützen“, sagt Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf. Die „regionale Komponente“ ist für die Direktorin der beiden Abteilungen Corporate Communications und Corporate Human Resources neben den inhaltlichen Gründen „eigentlich selbstverständlich“.

Dr. Bernadette Tillmans-Estorf: „Die größte Hürde ist es, die Idee am Markt durchzusetzen“

 B. Braun habe langjährige Mitarbeiter, und das Unternehmen auch selber auf eine vertrauensvolle und treue Zusammenarbeit. Es sei also nicht nur unter den ersten, die promotion Nordhessen unterstützten, sondern auch einer der beständigsten Förderer. Denn Ideen zu haben, die Freiheit im Denken zuzulassen, und Wissen zu teilen, wie es im Claim des Konzerns „Sharing Expertise“ zum Ausdruck komme, sei eine „Grundhaltung“ im Unternehmen. Die lange Erfolgsgeschichte der B. Braun Melsungen AG sei nicht ohne Menschen denkbar, die in der Vergangenheit immer wieder so gute Ideen hervorbrachten, dass diese dem Unternehmen eine Zukunft gaben. Und genauso werde es auch bleiben. Die größte Hürde sei es freilich, die Ideen in die Wirklichkeit um- und am Markt durchzusetzen. Es stelle sich die Frage, ob eine Innovation nur neu, oder ob sie für den Kunden auch einen Nutzen, eine Verbesserung bringe. Die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und der Wille zum Erfolg am Markt erforderten es schließlich auch zuzugeben, wenn eine Idee nicht hält, was sie versprach.

B. Braun nutzt die Möglichkeiten, die die Universität Kassel bietet, systematisch

Um innovativ und erfolgreich zu sein, nutzen B. Braun und seine Mitarbeiter unter anderem die Möglichkeiten, die die Universität Kassel bietet, systematisch. Der Konzern ist schon lange mit der Hochschule eng verbunden und pflegt eine langfristige Partnerschaft und Zusammenarbeit, die auch immer wieder bis in den 2015 eröffneten Science Park reicht. Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf ist überzeugt von der „inspirierenden Vielfalt“ dieses gemeinsamen Gründerzentrums der Universität und der Stadt Kassel, dessen Bau mit Mitteln des Landes und der EU ermöglicht wurde. Nicht nur der Vorstand des Unternehmens habe dort schon getagt, sondern der Konzern habe auch zu einem internationalen Meeting mit Vertretern aus fünfzehn Ländern an „diese Stätte der Kreativität und der Ideen“ eingeladen. „Den Gründergeist spürt man an keinem Ort in Nordhessen so deutlich wie im Science Park“, sagt Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf.

B. Braun setzt auf die Instrumente der erfolgreichen Gründer

Innovationen und Innovationsfähigkeit zählen seit 2003 auch explizit zum Markenwert des Unternehmens B. Braun. „So etwas sagt zwar jeder“, räumt Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf ein, „aber wir machen deutlich, was es heißt. Wir überlegen, wie kann man Dinge besser machen. Das ist ein Auftrag an jeden einzelnen Mitarbeiter, unabhängig vom Standort“.  Dazu bediene sich B. Braun auch der Instrumente der erfolgreichen Gründer. An einigen Stellen im Unternehmen gebe es zum Beispiel Räume für Teams außerhalb des bisherigen Unternehmens, „um schneller zu sein und experimenteller arbeiten zu können“. Aber auch die Weiterentwicklung der eigenen Produkte und Leistungen spiele eine wesentliche Rolle, unter anderem bei Produkten, die längst zu Klassikern geworden seien, wie die Braunüle. Das ist eine von B. Braun entwickelte Venenverweilkanüle. Sie sei mit ihrem selbstaktivierenden Sicherheitsclip, der verhindern soll, das sich Klinikpersonal sticht und Körperflüssigkeit eines Patienten inkorporiert, ein hochinnovatives Produkt und ein Beispiel dafür, wie Kundenanforderungen in Produkte übersetzt werden. Dabei geht es heute vor allem darum, die Prozesse beim Kunden zu verbessern sowie durch vernetzte Lösungen im OP und in der Intensivstation die Effizienz und Sicherheit zu erhöhen.

OP-Computer, menschliche Knorpelzellen und humangenetische Diagnostik

Hochinnovativ seien aber auch Computer von Aesculap zur Unterstützung von Operationen oder die Erforschung und Produktion von biologischen Knorpelzellen, die aus menschlichem Material gewonnen seien und dem Patienten re-implantiert werden.

Ferner ist B. Braun zum Beispiel auch an dem Unternehmen Cegat beteiligt, einem mittelständischen Dienstleister, der Erbinformationen entschlüsselt und die Daten medizinisch interpretiert, um zum Beispiel Krebs zu bekämpfen. Cegat ist es weltweit als Erstem gelungen, die humangenetische Diagnostik und die Hochdurchsatzsequenzierung, eine neue Methode zur Analyse des Erbgutes, zu verbinden. Für diese Leistung wurde Cegat mit dem deutschen Gründerpreis als bestes Start-Up Unternehmen 2011 ausgezeichnet. 2013 wurde Cegat zum „Entrepreneur des Jahres“ gewählt.

Von promotion Nordhessen lernen und in Start-ups investieren

Vom Wettbewerb promotion Nordhessen und den Gründern, die dort ihre Ideen präsentieren, zu lernen, sei ein nächster Schritt für den Gesundheitskonzern. Den 60.000 Mitarbeitern weltweit werde das Sponsoring des Unternehmens, und mithin auch promotion Nordhessen, erläutert, damit sie das Engagement ihres Unternehmens verstehen und dahinterstehen. Die Möglichkeit, über den Wettbewerb promotion Nordhessen eine Geschäftspartnerschaft einzugehen oder vielleicht ein Unternehmen zu kaufen, könne sich ergeben. B. Braun beteilige sich durchaus an Start-ups, -  auch über Fonds für Familienunternehmen wie B. Braun. „Da sind wir sehr offen“, sagt Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf.

EAM GmbH & Co. KG - Georg von Meibom

Inspiriert vom Willen zur Zukunft

Georg von Meibom: Die Gründer geben die Hilfe, die sie erfuhren, in die Region zurück

„Man muss sich von außen inspirieren lassen, wenn man in die Zukunft will.“ Das antwortet Georg von Meibom, Geschäftsführer der EAM „Energie aus der Mitte“ in Kassel auf die Frage, warum sein Unternehmen den Wettbewerb „promotion Nordhessen“ seit vielen Jahren unterstützt. Wenn von Meibom es genau betrachtet, schildert er ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Denn die Gründer geben die Hilfe, die sie aus der Region erfahren, mit ihrem unternehmerischen Mut und ihrem Tempo in der Entwicklung von Innovationen in die Region, in ihre Unternehmen und an deren Mitarbeiter zurück, und alle kommen gemeinsam voran.

Starthilfe für Arbeitgeber und Steuerzahler

„promotion Nordhessen trägt die Region im Namen, und wir sind als Unternehmen in Nordhessen und für Nordhessen tätig“, sagt von Meibom. Deshalb sieht er eine Verpflichtung für ein Unternehmen in kommunaler Hand, junge Menschen in der Region zu unterstützen, zumal wenn diese Arbeitsplätze schaffen und perspektivisch Steuern zahlen. Und in der Tat sei aus dem Gründerwettbewerb das ein oder andere Unternehmen hervorgegangen, das sich am Markt etabliert habe. Insbesondere interessieren den Geschäftsführer des großen regionalen Energieversorgers freilich Unternehmen, die sich dem innovativen Umgang mit Energie verschrieben haben wie zum Beispiel die Betterspace GmbH, die energieeffiziente Gebäudesteuerungssysteme für Hotels entwickelt hat, oder die Prosumergy Gmbh, die sich mit der Vermarktung von Solarstrom an Mieter beschäftigt........
 
Die EAM ist mit der Gründerszene in Kontakt gekommen


Doch über die gut gemeinte Hilfe für junge Leute mit guten Ideen ist das anfängliche Engagement der EAM für promotion Nordhessen längst hinausgewachsen. Wenn von Meibom heute über den Wettbewerb spricht, dann führen ihn seine Gedanken geradewegs in die Gründerszene und die Faszination, die von deren inspirierendem Esprit ausgeht. Die EAM ist mit der Gründerszene stärker in Kontakt gekommen – nicht nur über promotion Nordhessen, sondern auch rund um den Science Park am Universitätsplatz auf dem Campus der Hochschule in der Kasseler Nordstadt. „Wir sind eher Old Economy“, sagt von Meibom, „wir sichern uns eher ab, bevor wir entscheiden, und die Chancen und Risiken müssen mindestens gleichberechtigt sein. Die Start-ups sehen eher die Chancen.“ Von Meibom, ein Jurist, fordert nicht zum Vabanque-Spiel heraus, aber er ist nachdenklich geworden: „Wenn Sie im Unternehmen ein Projekt haben, dann bekommen Sie vor allem gespiegelt, was alles woran scheitern könnte. So ist das wohl:  Große Unternehmen, die lange schon am Markt sind, überlegen was scheitern kann. Die jungen Unternehmen hingegen entwickeln schnell ein vorzeigbares Modell, wie es werden könnte, und gehen dann ebenso schnell in die Entwicklung.“

„Man muss in den Science Park gehen und sich umsehen“

Darum habe sich die EAM, etwa beim Thema Digitalisierung auch bei anderen, großen Unternehmen wie SAP, Bosch und einem dänischen Energieversorger umgesehen, wie diese die Zukunft angehen, und dabei gelernt, „dass viele große Unternehmen einige Abteilungen wie Start-ups oder zusammen mit Start-ups führen“. Den Unternehmen in der Region rät von Meibom: „Man muss in Kassel in den Science Park gehen und sich umsehen.“ Die Unternehmen dort befruchteten sich gegenseitig. Das Haus für die Gründer in der Nachbarschaft einer Hochschule, die auf dem Weg zu einer „Gründeruni“ sei, ist für den Geschäftsführer der EAM „ein wichtiger Meilenstein auf dem Entwicklungspfad der Region“.

Die Zeiten seien im Wandel. Er, von Meibom, sei und wäre nach dem Studium nicht auf die Idee gekommen, ein eigenes Unternehmen zu gründen: „Aber jetzt haben wir positive Vorbilder wie SMA, Amazon, Microsoft und Facebook. Das inspiriert einfach. Und die Führung des eigenen Unternehmens ist doch wirklich eine spannende Aufgabe.“

„Wir schauen uns die Start-ups an“

Die EAM, die schon früh dabei war, als es darum ging, jungen Gründern auf den Weg zu helfen, lernt heute von den Gründern. „Wir schauen uns Start-ups an“, sagt von Meibom und berichtet von einer ersten Beteiligung der EAM an einem solchen Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien. Die EAM hat sich mit jeweils 20 Prozent% an der Enersolve GmbH und der Enertracting GmbH beteiligt, die im Bereich der Solarthermie und der mobilen und stationären Wärmespeicher tätig sind. Das sei auch ein Resultat eines mittlerweile gewachsenen Netzwerks in Nordhessen, das einmal mit der Vereinigung „Pro Nordhessen“ begann. In diesem Netzwerk, sagt von Meibom, „lerne ich viel über die Wirtschaft in der Region und aus Kontakten entwickeln sich Geschäftsbeziehungen. Der Gründerwettbewerb promotion Nordhessen gehört dazu. Er ist eine Synapse im Netz der wertschöpfenden Verbindungen.“

Hübner GmbH & Co. KG - Helge Förster

Die Suche nach Start-ups ermöglicht die Zukunft

Das Technologieunternehmen Hübner investiert in Unternehmen mit neuen Konzepten

Für Helge Förster, Geschäftsführer der Hübner Holding GmbH, gibt es drei Gründe, den nationalen Gründerwettbewerb promotion Nordhessen zu unterstützen. Hübner wolle die Mobilitätswirtschaft, in der Nordhessen einiges zu bieten habe, stärken. Die Unternehmensgruppe wolle als Technologieunternehmen wahrgenommen werden, und sie suche nach Investitionsmöglichkeiten in Start-ups. Das alles ermögliche das Engagement im Wettbewerb promotion Nordhessen als Stifter und Juror. Hübner vergibt einen Sonderpreis Mobilität, der mit 10.000 Euro dotiert ist und an einen oder mehrere Preisträger vergeben werden kann.

Exportquote von mehr als 90 Prozent in der Endanwendung

Das Kasseler Familienunternehmen Hübner mit seinen weltweit 2.500 Mitarbeitern und etwa 300 Millionen Euro Umsatz im Jahr ist längst zu einem Weltunternehmen aufgestiegen. „Unsere Märkte sind die Weltmärkte. Unsere Produkte für Transportsysteme werden dort für Busse und Bahnen benötigt, wo Städte schnell wachsen“, sagt Förster. Betrachte er allein die Endanwendung der Produkte von Hübner, dann liege die Exportquote bei mehr als 90 Prozent. Etwa ein Drittel davon werde aber zunächst innerhalb Deutschlands als Fahrzeugkomponente an einen Kunden wie etwa Siemens geliefert, um dann als Teil eines komplexen Fahrzeugs exportiert zu werden. Obschon Hübner also für den weltweiten Mobilitätsmarkt entwickele und liefere, „finden wir es gut und wollen es so erhalten, dass Nordhessen eine starke Mobilitätswirtschaft hat“, sagt Förster.

Hübner sucht weltweit nach Kompetenz

 
Längst ist das Unternehmen Hübner, das für viele in der Region noch mit dem Gummigeschäft verbunden wird, zu einem Technologieunternehmen geworden. Hübner hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Physiker eingestellt, sucht nach innovativen Materialien für den Leichtbau, beschäftigt sich mit Fragen der Akustik, damit Züge zum Beispiel leise rollen, und arbeitet intensiv an der Expertise im Brandschutz, denn der ist für Förster „essentiell in der Bahntechnik“. Kassel ist für den Geschäftsführer neben den Werken in China und den USA „ganz klar das Technologiezentrum“. Gedanklich ist Förster aber auf der Suche nach Kompetenz „in ganz Deutschland unterwegs“, denn die Universität Kassel „hat leider vielfach dort, wo Hübner Lösungen sucht, keinen Schwerpunkt“.

Auch Physiotherapie ist Mobilitätswirtschaft
 
Auf dem Weg zum Technologiekonzern arrondierte Hübner sein Wissen und seine Märkte durch die Akquise kleinerer, aber reifer Unternehmen. Auf diesem Weg wiederum ist Hübner der Mobilitätswirtschaft im engeren Sinne entwachsen, obwohl zum Beispiel die Produkte der Hübner-Marke Sensa für die Physiotherapie letztlich der Beweglichkeit des Menschen dienen und insofern auch der Mobilitätswirtschaft zugeordnet werden können. Es ist nur eine Frage des Standpunktes und des Blickwinkels.

„Wir wollen mehr werden als ein Produkthersteller“

Den einen zu wechseln und den anderen zu weiten ist Hübner offenkundig bereit. Denn die Gruppe sucht längst nicht mehr nur nach technischen Innovationen, sondern auch nach komplett neuen Geschäfts- und Betreibermodellen, etwa wenn es um die Mobilität der Zukunft geht wie E-Mobilität, um das Geschäftsmodell für Ladesäulen und Car-Sharing. „Heute sind wir ein klassischer Produkthersteller, aber wir wollen mehr werden als das. Wir entwickeln zum Beispiel Mietmodelle für unsere Systeme und testen diese in der Nähe unseres Stammsitzes“, beschreibt Förster den Wandel.

Sonderpreis Mobilität für die besten Ideen

Darum hat Hübner auch den Blick von der Akquise bereits etablierter Unternehmen auf die Start-ups geweitet. „Wir investieren auch im Ausland und wir halten weiterhin Ausschau zum Beispiel nach kleineren Engineering-Unternehmen. Doch die Investition in Start-ups war bisher in Deutschland im Gegensatz zu den USA nicht so verbreitet. Die Deutschen sind sehr konservativ, wollen immer fünf Bilanzen und somit die Sicherheit, dass das Unternehmen nachhaltig geführt und stabil aufgestellt ist“, beschreibt Förster die bisherige Strategie. Mit der Unterstützung von promotion Nordhessen, will Hübner „das Unternehmertum unterstützen“ und zugleich an die Gründerszene anknüpfen. Mit dem Sonderpreis Mobilität will Hübner nicht den Businessplan, sondern die Idee auszeichnen. Als Investor schaut Hübner 100 Start-ups im Jahr an, nimmt zehn in die engere Auswahl und investiert schließlich in ein oder zwei.

Von der Logik des Produktes und dem Feuer im Unternehmer

Die Mitarbeit in der Kasseler Jury hält Förster für ein „angemessen gut investiertes Engagement“. Die Diskussion mit den anderen Juroren sei spannend, und es sei interessant, die verschiedenen Blickwinkel etwa einer Marken-Agentur und einer Bank kennenzulernen. Er persönlich, sagt Förster, „hänge nicht so sehr am Detailierungsgrad des Businessplans, sondern ich schaue auf die Unternehmerpersönlichkeit und die Logik des Produktes“. In einem Unternehmer, da brenne ein Feuer. Er spreche mit Kompetenz über das, was er tun wolle. Und manche Ideen begeisterten den Zuhörer aufgrund ihrer Logik sofort wie ein Computerprogramm zum Planen von Verkehrstrassen, das beim virtuellen Verlegen der Straße oder der Bahnlinie in der Landschaft am Computerschirm sogleich alle relevanten Gesetze und Verordnungen aufzeige und die Kosten des Verkehrswegs berechne.

Hübner beteiligt sich am Sieger des Wettbewerbs Eta-Opt

Im vorigen Jahr hat sich Hübner an der Eta-Opt GmbH als Sieger des Wettbewerbs promotion Nordhessen vom Frühjahr 2015 als strategischer Partner beteiligt. Der Gründer der Eta-Opt, Dr. Christoph Pohl, sei ein überzeugender Unternehmertyp, der für seine Idee brenne, sagt nicht nur Förster über Pohl. Dessen Idee wiederum vermöge ungeahnte Mengen Energie einzusparen, denn Eta-Opt optimiere die Energieeffizienz von Fertigungsanlagen, in dem sie mit ihren patentierten Komponenten große, ineffiziente Druckluftanlagen ersetzte. Mit dem Gründer der Eta-Opt bilde Hübner nun eine „operative Schnittstelle“. Von der neuen Gemeinsamkeit profitieren beide.


neue formen GmbH & Co. KG - Sascha Gundlach

Gründergeist. Pur.

Sascha Gundlach: „Für die Start-ups ist promotion Nordhessen ein Katapult mit Airbag“

„Der bundesweite Gründerwettbewerb promotion Nordhessen ist Katapult und Airbag zugleich. Der Gründer erhält jede erdenkliche Hilfe vom Erstellen des Businessplans, über das Coaching in Fragen der Finanzierung, des Steuer- und des Patentrechts bis hin zur richtigen Präsentation. Wenn ich bei promotion andocke, dann bin ich in einer anderen Welt, dann habe ich Vernetzung pur. Das ist in Kategorien von Kapital gar nicht zu fassen“, sagt Sascha Gundlach. Der Inhaber und Leiter der Marken-Agentur Neue Formen, die er vor etwa 15 Jahren mit seinem Cousin Nico Gundlach gründete und seither gemeinsam führt, brennt für die Idee des Wettbewerbs. Dessen Wert weiß er womöglich mehr als andere zu schätzen, „denn wir waren am Anfang selbst Gründer, aber hatten diese Hilfen nicht. Wir sind durch die harte Schule gegangen“. Heute gehört er mit seinem Unternehmen zu den wenigen Juroren mit eigener Gründungserfahrung im Kreis der Jury, und lässt sich offenbar jedes Mal wieder von neuem anstecken, vom Geist der Gründer, die ihre Ideen präsentieren.

Ideen, die fliegen können

„Es gibt jene, die von der Uni geprägt sind“, erzählt Gundlach, „die nach einer Geschäftsidee suchen, diese entwickeln und verfolgen.“ Dies seien „Unternehmertypen“, die ein Modell entwickeln und sehr erfolgreich durchsetzen wie die Gründer von Tüpfelchen im Jahr 2015, die einen „Tassenkuchen“ als Geschenk entwickelten und Geschenkeläden wie Buttlers als Vertriebsweg erschlossen. Es gebe aber auch die anderen, „die Ideen haben und die daran glauben, dass eine ihrer Ideen fliegen kann“. Es sei faszinierend, wie diese Gründer ihre Erfüllung suchten. Häufig, sagt Gundlach, seien sie blauäugig, denn sie könnten auch scheitern. Gundlach nennt diesen zweiten Gründertyp zwar nicht den Träumer. Aber auch ihm kann im Wettbewerb promotion Nordhessen geholfen werden, „damit der Gründer alles im Blick hat und nicht die einzelnen Schritte in der falschen Reihenfolge geht, und etwas auf dem Weg zum Ziel nicht funktioniert“.

Erfolg setzt für etablierte Unternehmen voraus, sich immer wieder neu zu erfinden

Gundlach gibt als Mit-Inhaber der Agentur Neue Formen im Wettbewerb auch gerne Starthilfe, um „nah an den Gründern zu sein“. Indem sein Unternehmen mit den Jahren nicht nur in Hessen große Konzerne, Unternehmensgruppen, starke Sportvereine aber auch Existenzgründer zu seinen Kunden zählt, braucht es nötiger als zuvor neue Impulse. „Am Anfang waren wir Verfolger, jetzt sind wir Verteidiger“, spricht Gundlach die Kehrseite dessen an, was es heißt Erfolg zu haben. Darum habe es sich Neue Formen zur Kultur gemacht, „sich alle paar Jahre neu zu erfinden“, die komplette Organisationsstruktur in Frage zu stellen und „skalierbare Strukturen“ zu schaffen, die mit den Anforderungen des Marktes dynamisch atmen können.

„Wir lernen von den Gründern. Wir spüren ihre Leidenschaft.“

Gundlach schildert diesen Prozess wie die Strukturierung des Versuchs, sich immer wieder von neuem in die eigene Aufgabe zu verlieben. „Genau dabei lernen wir etwas von den Gründern im Wettbewerb. Wir spüren ihre Leidenschaft“, sagt der Agenturinhaber. Er lernt aber noch mehr. Denn „viele Start-ups ersetzen komplette Branchen“, beobachtet Gundlach ihre Kraft der schöpferischen Zerstörung. Die Gründer von Flyer-Alarm, die Druckerzeugnisse in kurzer Zeit zu einem günstigen Preis liefern, „waren Leute, die mit ihren guten Algorithmen aufspürten, wo Druckkapazitäten brachlagen und günstig genutzt werden konnten. Sie lösten mit der konsequenten Anwendung ihrer Idee ein Druckereisterben in Deutschland aus. Das war die komplette Disruption“, sagt Gundlach.

Christoph Pohl mit Eta-Opt hat das Zeug zum Disrupteur

Unter den Gründern aus dem Wettbewerb promotion Nordhessen könnte das nach Gundlachs Einschätzung dem Wirtschaftsingenieur Dr. Christoph Pohl, dem Gründer der Eta-Opt, gelingen. Mit patentierten Komponenten ersetzt Pohl in Industriebetrieben bei bestimmten Anwendungen wie dem „Pick and Place“ die großen Druckluftanlagen. Das Potential zur Energieeinsparung allein in Deutschland dürfte bei bis zu 9 Terrawattstunden liegen. Das ist etwa die Hälfte dessen, was die Deutsche Bahn im Jahr zum Betrieb ihrer Züge benötigt.

Tauschhandel: Passion gegen die Konfrontation mit Kompetenz

Den Impuls an Leidenschaft, den Gundlach durch die Gründer erfährt, erwidert er gegenüber den Gründern, indem er sie mit seiner Kompetenz konfrontiert. „Unser Kern ist Markenführung“, und die Gründer müssten unbedingt wissen, „wie elementar die Marke ist, wenn sie Erfolg haben wollen“. Das unterschätzen aber offenbar einige. Wer gründet, denke an seine Idee und deren Verwirklichung, und meist sei er als Gründer selbst die Marke. Aber was geschehe, wenn seine Idee Erfolg habe, um sie herum ein Unternehmen wachse, und er, der Gründer, nicht mehr immer und überall vorne stehen könne?

Gründer dürfen die Bedeutung der Marke nicht unterschätzen, gar vergessen
Die Marke sei auch wichtig, weil sie durch jene Region im Hirn entstehe, wo Belohnung empfunden werde. Der Preis hingegen aktiviere das Schmerzzentrum. Wenn die Marke gut sei, relativiere die mit ihr empfundene „Belohnung“ die Bedeutung des Preises. Deshalb allein schon sei die Markenbildung wichtig.

Gundlach erläutert den Hintergrund: „Marken werden im präfrontalen Kortex - hinter der Stirn - gespeichert. In diesem Zentrum treffen wir emotionale Entscheidungen: Machen oder nicht machen. Nur wenn die Belohnung den damit gegenüberstehenden Schmerz überwiegt, entscheiden wir uns dafür. Das Belohnungszentrum wiederum wird von unserem Episodengedächtnis befeuert. Ist das Belohnungszentrum aktiv, haben wir zehn bis zwölf Mal so viel Lust, etwas zu tun. Einfach erklärt: Erzählt man spannende Geschichten von Belohnung, entsteht die Marke. Eine neue Marke muss immer Belohnung, also Nutzen, bringen oder bestehenden Schmerz reduzieren.“ Die Elevator-Frage: Was hebt mich ab?

Wenn die schließlich ausgewählten Gründer in der Endphase des Wettbewerbs der Jury ihre Ideen präsentierten, frage er, Gundlach, nach der Marke. Vier Fragen müssten die Gründer knapp und präzise beantworten können: Wer bin ich? Was tue ich (und was ist mithin meine Kompetenz im Markt)? Wie gehe ich an die Dinge heran? Und was hebt mich ab? Die letzte sei die „Elevator“-Frage. Mit dieser Antwort fährt der Aufzug nach oben, oder es geht abwärts. Gundlach spricht von vier klaren Botschaften, die jeder im Unternehmen transportieren müsse.

promotion Nordhessen festigt die nationale Spitzenposition unter den Wettbewerben

Auf die Frage, ob sich der Wettbewerb nicht mit den Jahren überlebt habe, antwortet Gundlach: „Nein!“ So wie ein erfolgreiches Unternehmen entwickele sich der Wettbewerb rund um seinen Markenkern Jahr für Jahr weiter, etwa indem neue Coaching- und Eventformate eingeführt werden, um promotion Nordhessen im Kreis der anderen nationalen Wettbewerbe in der Spitzenposition zu festigen. „Vielleicht haben wir es schwerer im Vergleich mit den anderen bundesweiten Wettbewerben, weil unsere Kapitalausstattung geringer ist. Aber was wir weniger an Geld haben, gleichen wir durch unsere Ideen aus.“ Die Zahl der Arbeitsplätze, die nicht nur in Deutschland durch promotion Nordhessen entstanden sei, geht laut Gundlach weit in die Tausende, und die Gründer werden auch in der Region sichtbar: „Man muss nur in den Science Park am Universitätsplatz auf dem Campus der Hochschule in die Kasseler Nordstadt gehen. Man spürt es pur!“

Kasseler Sparkasse - Ingo Buchholz

Gründerkultur - die neue Gemeinsamkeit

promotion Nordhessen war für Ingo Buchholz im Wandel der Weltwirtschaft eine „wunderbare Idee“

„Wir waren von Beginn an dabei“, bekennt sich Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, zum Gründerwettbewerb „promotion Nordhessen“, und er glaubt, dass aus etwas Kleinem einmal etwas ganz Großes werden kann. Schließlich habe auch die Kasseler Sparkasse einmal klein angefangen vor 185 Jahren. „Aus dieser Gründung wurde eine Erfolgsstory. Unsere Sparkasse ist längst die drittgrößte in Hessen“, sagt Buchholz. Für ihn ist die Förderung von Existenzgründungen eine „notwendige Investition in die Zukunft“. promotion Nordhessen war 1999, als die Globalisierung die deutsche Wirtschaft in eine harte Anpassung an die veränderten Bedingungen auf dem Weltmarkt gezwungen und die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland in Richtung von 5 Millionen zu steigen begonnen hatte, für Buchholz „eine wunderbare Idee“. In einer Zeit der Ungewissheit und des Umbruchs galt es, „Rahmenbedingungen für erfolgreiche Gründungen zu schaffen, damit die Gründer nicht in jede Falle tappen“. Es sei gut gewesen, nicht nur Ideen, sondern Geschäftspläne zu prämieren. Der Erfolg gebe der Initiative von damals Recht. Er sei messbar. Aus dem Wettbewerb seien 400 neue Unternehmen mit 2800 Beschäftigten in der Region und 140 Neugründungen außerhalb Nordhessens hervorgegangen.

Die bundesweite Resonanz stärkt das Image und das Selbstbewusstsein

Insbesondere dank der bundesweiten Resonanz ist der Wettbewerb für Buchholz „ein Imagefaktor über die Region Nordhessen hinaus und stärkt das Selbstbewusstsein“. Je mehr gesunde selbständige Existenzen eine Volkswirtschaft aufweise, umso stabiler sei das Gemeinwesen. Existenzgründer seien eine Art „Frischzellenkur“ für den Mittelstand. Dieser wiederum sei für Deutschland unentbehrlich, denn auf ihn entfielen 99,6 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, 59,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, 82,2 Prozent aller Ausbildungsplätze und 55,5 Prozent der Nettowertschöpfung aller Unternehmen als der Wert aller produzierten Waren und erbrachten Leistungen.

Ohne Mittelstand keine Sparkasse, ohne Sparkasse kein Mittelstand

Als Partner und finanzierendes Institut des Mittelstands sei die Unterstützung für junge Unternehmen eine Selbstverständlichkeit für eine Sparkasse, zumal es ohne Sparkasse keinen Mittelstand, und ohne Mittelstand keine Sparkasse gebe. Buchholz spricht damit unmittelbar den wechselseitigen Nutzen an, den regionale Unternehmen und regionale Kreditwirtschaft füreinander begründen.

Kassel hat eine „Spitzenhochschule“ für Unternehmensgründungen

Mit Blick auf Kassel beschreibt Buchholz unterdessen eine Gründerkultur und verweist insbesondere auf die Universität und ihren früheren Präsidenten Prof. Dr. Postlep. Auch promotion Nordhessen arbeite seit vielen Jahren mit der Universität Kassel „eng zusammen“.  Die Universität gelte indes als eine der „Spitzenhochschulen in Deutschland bei der Motivierung und Unterstützung von Unternehmensgründungen“. So unterstütze sie mit dem UniKasselTransfer-Inkubator die Umsetzung von neuesten Forschungserkenntnissen in unternehmerische Ideen. promotion Nordhessen wiederum fördere professionelle Geschäftskonzepte und steigere damit den Gründungserfolg. „Mit der nicht nur inhaltlichen, sondern nun auch räumlichen Verknüpfung der universitären Gründereinrichtungen und des Wettbewerbs promotion Nordhessen auf dem Campus wird eine neue Qualität der Zusammenarbeit mit vielen Vorteilen für die Gründerinnen und Gründer erreicht“, beschreibt Buchholz den Wandel.

Mit dem Science-Park hat die Gründer-Community ein neues Zuhause

Mit dem Science Park sei schließlich eine leistungsfähige Infrastruktur für Jungunternehmer und Start-ups errichtet worden. Kassels Gründer-Community habe ein „neues Zuhause“.  Hier entstehe "Raum für neue Ideen", und zwischen Wissenschaft und Unternehmen werden neue Netzwerke geknüpft. Damit sei der Science Park, in dem insgesamt 20 bis 50 junge Unternehmen Platz finden, ein weiteres überregional wahrgenommenes „Leuchtturmprojekt" zur Förderung von Innovationen und Unternehmensgründungen im direkten Umfeld von Forschung und Lehre. „Alle Beteiligten sind gewiss, dass vom neuen Science Park starke Impulse für Nordhessens wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft ausgehen“, sagt Buchholz und freut sich über ein weiteres Faktum ganz besonders: „70 Prozent der Mieter des Science Parks sind unsere Kunden. Davon profitieren wir, denn jede Existenzgründung schafft Arbeitsplätze, generiert Umsätze und Steuerzahlungen. Bei 50 Prozent Marktdurchdringung unserer Sparkasse in der Region ist das ein Gewinn für uns. Und wir lernen von den Gründern. Wir arbeiten als Sparkasse mit einem der Gründer zusammen. Dessen fino digital GmbH organsiert für uns und 140 weitere Banken in Deutschland den Kontowechselservice.“

Finanzierung: Oft verhelfen kleine Summen zu einem großen Schritt

Längst ist „das Gründen“ zu einem der herausfordernden Geschäftsfelder der Kasseler Sparkasse geworden, und am Bankenplatz Kassel bietet allein die Sparkasse zwei eigene Spezialisten für Existenzgründungen. In den Jahren 2011 bis einschließlich 2016 hat das kommunale Kreditinstitut 245 Gründungen mit einem Finanzierungsvolumen von mehr als 18 Millionen Euro ermöglicht. Diese Gründungen vollzogen sich freilich nicht allein in Gründerzentren wie dem Science Park in der Nordstadt oder dem Fidt auf der Kasseler Marbachshöhe, sondern sie prägen das gesamte Geschäftsgebiet der Sparkasse. Zudem, schildert Buchholz, habe sich die Qualität der Gründer gewandelt. Es gebe nicht mehr die zahlreichen „Notgründungen“ aus der Zeit des Jahrhundertwechsels, als im Umbruch unter dem Druck der Globalisierung zahlreiche Menschen ihre sicher geglaubte Existenzgrundlage auch in etablierten Unternehmen verloren und geradezu die Flucht in die Selbständigkeit und in die „Ich AG“ antraten. Heute, sagt Buchholz, seien die Ideen der Gründer innovativer als früher, die Gründer handelten überlegter, sie seien für die Gründung besser vorbereitet, und sie treffen auf eine umfassende Förderkulisse – auch des Landes Hessen.  Häufig stelle sich jedoch heraus, dass der Gründer gar nicht so viel Kapital benötige, wie es dies in den Förderprogrammen gebe. Es seien gar nicht selten die kleinen Beträge von bis zu 100.000 Euro, „die nötig sind. Darum haben wir mit der Universität ein Programm für Frühphasen-Finanzierungen aufgelegt. Wir wollen Unternehmen in der Phase vor der Gründung mit Beträgen ab 10.000 Euro unterstützen“, sagt Buchholz. „Luft nach oben“ sieht der Vorstandsvorsitzende der Kasseler Sparkasse hingegen in dem bürokratischen Aufwand und in der Zeit, die bis zur Bewilligung eines Antrags und zur Zuteilung der Fördermittel verstreicht.

Hessen ist Gründerland

Dennoch liegt Hessen als Gründerland weit vorn. Gemessen an der Gründungstätigkeit im Drei-Jahres-Durchschnitt nimmt es Rang 3 von 15 Plätzen ein. Damit ist Hessen das Flächenland mit den meisten Gründungen. Rang 1 hat Berlin inne. Obwohl Hessen eines der wirtschaftsstärksten Länder mit einer überdurchschnittlichen Erwerbsquote und mithin der Gründungsdruck aus Mangel an anderen Möglichkeiten des Gelderwerbs nicht so groß ist, zählte Hessen im Durchschnitt der Jahre von 2013 bis 2015 per Annum 23 Gründer je 1000 Erwerbstätige. In Berlin, dessen Wirtschaftskraft für eine Großstadt weit unter dem Durchschnitt liegt und dessen Erwerbstätigenzahl relativ gering ist, waren es 26 Gründer je 1000 Erwerbstätige. In Hessen wiederum setzt Kassel mit seinen Gründern für Buchholz ein herausragendes Beispiel. „Und das alles konnte nur erfolgreich sein, da eine Reihe von Firmen und das Regionalmanagement an einem Strang zogen. Was heute selbstverständlich erscheint, musste im Jahr 1999 erst geschaffen werden“, erinnert Buchholz an die neue Gemeinsamkeit als Grundlage des Erfolgs.

teamnext GmbH & Co Kg - Moritz Bartling

„Wir verbinden die Inseln in der digitalisierten Arbeitswelt“

 

Moritz und Karl-Heinz Bartling von teamnext fanden zu ihrem Kernprodukt, indem sie promotion Nordhessen halfen, noch besser zusammenzuarbeiten

 

Moritz Bartling studierte noch Wirtschaftsingenieurwesen an der TU in Clausthal-Zellerfeld als er seinem Vater einen Impuls gab: Nach erfolgreichen Jahrzehnten in führenden Positionen eines international agierenden Unternehmens für hochspezialisierte Investitionsgüter sollte Karl-Heinz Bartling nicht einfach in den Ruhestand gehen, sondern das tun, was er schon immer hatte tun wollen: Ein Unternehmen zu gründen. Der Sohn gewann den Vater 2010 für die Idee, eine Beratungsgesellschaft aufzubauen. Im Lauf von sieben Jahren wurde aus der Bartling Consulting die Strategieschmiede, aus der wiederum im Frühjahr 2017 die „teamnext“ hervorgegangen ist und ihren Sitz in Kassel hat. „Wir verbinden die Inseln in der digitalisierten Arbeitswelt, indem wir Systeme, einzelne und vor allem vereinzelte Tools, miteinander kommunizieren lassen. Wir führen Informationen aus unterschiedlichen Inseln auf einer Plattform zusammen. Damit schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass Menschen Informationen erhalten, Wissen teilen, miteinander sprechen und den Überblick behalten können“, beschreibt Moritz Bartling, die Aufgabe von teamnext im Kern. Ein Kunde, der vom Konzept des Unternehmens als erster überzeugt war, ist eine Tochter der Sparkassenfinanzgruppe. Den Weg zum Kernprodukt des eigenen Unternehmens fanden Moritz und Karl-Heinz Bartling, indem sie halfen, die Kommunikation im Gründerwettbewerb promotion Nordhessen zu verbessern.

 

Anfangs wollte Karl-Heinz Bartling jungen Leuten helfen

 

Anfangs, 2010, engagierte sich Karl-Heinz Bartling als Coach und Gutachter für promotion Nordhessen, weil er jungen Leuten helfen wollte. Bald aber schon spürten Moritz und Karl-Heinz Bartling, was andere Menschen brauchten, und sie waren zudem in der Lage, genau diesen Bedarf zu stillen. Denn im bundesweiten Gründerwettbewerb promotion Nordhessen gaben sie die Antwort auf die Frage, wie Menschen von überall her auf einer für alle erreichbaren digitalen Plattform zusammenarbeiten konnten. Solch eine Plattform, dachten sich Bartlings, müsste doch in allen etwa 160 nationalen Businessplanwettbewerben in Deutschland unentbehrlich sein. Ihre Recherchen hatten gezeigt, dass es so etwas einfach nicht gab. Zudem sollte die Software einfach, selbsterklärend, und branchenneutral, jedoch branchenspezifisch modellierbar sein. Es ging um Einfachheit und Klarheit, auf der letztlich allein Vertrauen gründen kann, und freilich um die Sklalierbarkeit, damit die Plattform mit dem Erfolg Schritt halten kann.

 

Eine Plattform für das Gefühl: Wir sind zusammen

 

Karl-Heinz Bartling wollte eine Plattform, „damit das Gefühl da ist: Wir sind zusammen.“ Das „Wir-Gefühl“ und das „Teilen“ von Information war auch ein kultureller Paradigmenwechsel gegenüber der alten Geschäftswelt, die der Seniorgründer noch kannte: „In der Vergangenheit zählte die Abschottung, weil dies Macht bedeutete. Denn ich bin wichtig, und wenn ich nicht da bin, dann geht nichts. Heute suchen alle, auch die alten Unternehmen, nach Plattformen, um das Wissen zu teilen.“ Für Karl-Heinz Bartling kommt es darauf an, das Wissen - zunächst im Kleinen und mehr als früher - zu teilen, bis der Fortschritt so weit gediehen ist, dass andere ihn nicht mehr einholen können. Nach dieser Strategie entstand schließlich „Teamnote“ als Wissens- Kommunikationsplattform für promotion Nordhessen.

 

Für-Gründer.de fand in Kassel, was es gesucht hatte

 

Die Erwartung, dass andere Interesse daran finden würden, trog nicht. Die „Für-Gründer.de GmbH“ aus Frankfurt meldete sich bei Moritz Bartling und bestätigte ihm, es gebe kein vergleichbares System, das es erlaube, Businesspläne auf solch geniale Weise gemeinsam zu schreiben. Die Strategieschmiede entwickelte Teamnote weiter, und es entstand die Software „Unternehmerheld“. Karl-Heinz Bartling denkt auch an das Handwerk, „denn es liegt in der Digitalisierung noch weit zurück - etwa in der Baustellenverwaltung“.

 

promotion Nordhessen stärkt die Arbeit im Netzwerk

 

„Wir haben ein Herz für Gründer, und wir wollen junge Leute unterstützen“, begründet Karl-Heinz Bartling sein Engagement für promotion Nordhessen. „Doch meine Tätigkeit als Gutachter und Coach ist für mich zugleich eine laufende Fortbildung. Ich weise die Gründer auf Schwächen hin und profitiere davon, indem ich deren Blickwinkel einnehme. Schließlich hat promotion Nordhessen uns bestärkt, die Digitalisierung ins Zentrum unseres Unternehmens zu rücken.“ Karl-Heinz Bartling schätzt die Netzwerkarbeit, die dank promotion Nordhessen stetig wächst. „Was hier entsteht, ist nicht ganz einfach“, sagt er. Doch den Diskussionen entspringen neue Ideen, die zu Konzepten reifen. Je mehr Teilnehmer sich einbringen, desto kreativer werde der Prozess. Das alles habe eine Voraussetzung:  Das Zusammentreffen von Vertrauen und Respekt gegenüber dem anderen. Beides, urteilt Karl-Heinz Bartling, sei im Gründerwettbewerb gegeben.

 

Die Nachfolge in Unternehmen als Herausforderung

 

Die gelingende Zusammenarbeit zweier Generationen ist für Moritz Bartling auch ein kommendes Thema für promotion Nordhessen, wenn immer mehr „Nachfolgeproblematiken“ in Deutschland zu bewältigen sein werden. Gelingende Nachfolgeregelungen hält Moritz Bartling für notwendig. Denn die Zahl der Neugründungen in Deutschland sei rückläufig und Deutschlands Stärke sei sein Mittelstand für ein nachhaltiges Wachstum. Dieser Mittelstand brauche Nachwuchs, sei es durch Übernahmen oder Neugründungen. Moritz Bartling setzt nicht blind auf start-ups, sondern auf solide Unternehmen, die rechtzeitig und in kurzer Frist vom Cash-Burning auf das Geldverdienen umstellen könne. Angeregt von den Gründern und ihren Gründungen schuf das Unternehmerpaar einen „kleinen Inkubator“. Mit seiner strategieInvest - Gesellschaft beteiligt es sich an jungen Unternehmen wie der Bilddatenbank Cleop, der Akkuman.de - einem Unternehmen, das Akkus von E-Bikes aufbereitet, - und an der CoffeaTea-Company, einem Sieger des promotion Nordhessen Wettbewerbs von 2013, der Tee aus Blättern der Kaffeepflanze anbieten will.

 

„Wir rücken in der digitalen Welt zusammen, und wir machen das möglich“

 

Teamnext wiederum hat schon damit begonnen, Digitalisierungsprozesse in Unternehmen zu begleiten, „denn innovative Geschäftsmodelle sind vor allem für etablierte Unternehmen unverzichtbar, wenn sie eine Zukunft haben wollen“, sagt Moritz Bratling. Der Friseur müsse Termine online vergeben können, wenn er morgen noch Haare pflegen wolle, während Maschinen- und Anlagenbauer den digitalen Kontakt zu ihren Produkten halten müssen, wenn sie diese samt ihren Kunden nicht an andere verlieren wollen. Wer übernehme die Wartung einer Maschine, wenn sie das Signal, dass sie einen Ölwechsel benötige, nicht an den Hersteller sende? In mittelständischen Unternehmen wiederum sei häufig viel Wissen in einer Person vereinigt. Wie könne dies anderen Personen zur Verfügung gestellt werden, ohne es zugleich ungeschützt preiszugeben? Im Handel gehe es darum, die Kontaktpunkte zwischen Anbieter und Kunde auch auf der digitalen Customer’s Journey möglichst angenehm für beide Seiten anzulegen. „Wir rücken in der digitalen Welt ganz nah zusammen“, sagt Moritz Bartling, „und wir als teamnext schaffen es, dass die Systeme, die für sich existierenden Insellösungen und Tools, miteinander kommunizieren können.“ Den Impuls dazu gab promotion Nordhessen.

 

 

 

 

sera GmbH - Carsten Rahier

Die Vision von Innovation und Gründergeist

Carsten Rahier will eine Stätte der Inspiration in Nachbarschaft seiner sera GmbH schaffen

 

Carsten Rahier, der jugendlich wirkende Mann an der Spitze der sera GmbH, gibt gern sein Bestes, nämlich sein Wissen und sein Engagement – sei es in zahlreichen Ehrenämtern, im Arbeitgeberverband oder in seiner Rolle als Geschäftsführender Gesellschafter eines Familienunternehmens in der dritten Generation. sera zeigt Verantwortung als Förderer von Sport, Kultur und Bildung. Darum unterstützt das Unternehmen - aus Immenhausen bei Kassel mit seinen Auslandsstandorten in England, Südafrika und Spanien - auch den Gründerwettbewerb promotion Nordhessen. „Wir wollen den Unternehmergeist fördern“, sagt der Wirtschaftsingenieur mit dem MBA in General Management. Nordhessen gehöre nach dem Innovation Scoreboard der Europäischen Kommission mittlerweile zur Top Ten der Innovationsregionen in Europa, und die Zahl der Patentanmeldungen sei über dem hessischen Durchschnitt. Es seien also auch unsere Unternehmen hier in der Region und die Universität Kassel, sagt Rahier weit entfernt von jeder Nordhessen-Tümelei, „die das ganze Land innovativ machen“. Um Unternehmertum und Innovationen zu fördern, setzt sera seit 2012 als Unterstützer auf den Gründerwettbewerb promotion Nordhessen und vergibt zudem seit 2013 den mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis in Umwelttechnik. Denn die Region sei stark auf diesem Feld der Ingenieurwissenschaften und vor allem viel stärker als es gemeinhin wahrgenommen werde. Rahier will mit dem Engagement für promotion Nordhessen also auch ein Zeichen setzen für seine Branche.

 

„Wir sind mehr als Maschinenbauer“

 

Es ist nicht schwer, den Unternehmer zwar nicht grüblerisch, aber nachdenklich zu stimmen. „Wir bauen Maschinen für die Umwelt, um Wasser aufzubereiten und zu reinigen, Anlagen für die Lebensmittelindustrie.“ Doch nach einem Moment des Innehaltens stimmt Rahier zu: „Eigentlich sind wir mehr als Maschinenbauer. Wir schaffen die Voraussetzungen für die Gesundheit der Menschen in einer intakten Umwelt. Es kommt nur darauf an, wie man es sieht.“

 

„Ein gutes Team muss heterogen sein“

 

Den umfassenden Blick richtet Rahier auch auf die Gründer, um Wissen mit ihnen zu teilen. Denn in der Begeisterung für die Idee fehle den kommenden Unternehmern bisweilen die Sensibilität für „intellectual Property“, für den Schutz ihres eigenen geistigen Eigentums, das sie schützen sollten, bevor sie es anderen mitteilten. Häufig genug seien bereits etablierte Unternehmen und vermeintliche Helfer unterwegs, um Ideen bei anderen abzugreifen. Auch wenn es Aufwand erfordere, sollten die Gründer ihre Ideen schützen. Probleme, urteilt Rahier, haben die Gründer häufig auch, die Kunden und den Markt für ihr Produkt zu definieren sowie die Größe des Marktes abzuschätzen. „Die Gründer werden sehr gut begleitet im Wettbewerb promotion Nordhessen. Dennoch fällt es ihnen schwer, Kunden richtig anzusprechen und Märkte zu definieren oder die Herstellung des Produktes in der richtigen Menge zu organisieren“, versetzt sich Rahier in die Gründer hinein. Schließlich beobachtet Rahier in einigen Gründerteams „Schieflagen“, wenn diese von Technikern oder Ökonomen dominiert werden: „Die Techniker unterschätzen die Markterfordernisse und die Finanzer und Marketingleute unterschätzen die Technik. Ein gutes Team muss heterogen sein“, sagt Rahier und verweist auf den Träger des Sonderpreises „Umwelttechnik“ von 2016.

sera-Mitarbeiter sind stolz auf die Preisträger und ihr Unternehmen

 

Das war „Better Space“. Das Unternehmen, das sich mit der intelligenten Steuerung von Heiz- und Klimatechnik befasst, sei gut gestartet und habe rasch „Boden unter die Füße bekommen“. Ein Mitarbeiter von sera habe einmal einen Zeitungsartikel über den Erfolg von Better Space mit ins Unternehmen gebracht, um gleichsam zu beweisen, dass sich das Engagement des eigenen Arbeitgebers für die jungen Gründer lohnt.

 

Für Rahier ist das wiederum ein Beweis, dass die Unterstützung von promotion Nordhessen ebenso wie das Sponsoring des Bundesligavereins MT Melsungen, der documenta und des Kultursommers Nordhessen eine positive Wirkung in der eigenen Belegschaft entfaltet. „Selbst, wenn wir dadurch keine neuen Kunden gewinnen, so gewinnen wir doch Image für uns und den Standort“, sagt Rahier.

 

Ein Science Park am Unternehmen

 

Mit eben diesem Standort im räumlich engeren Sinne hat er ohnehin etwas vor. Das wachsende Unternehmen sera hat Platz – auch für Gründer aus der Start-up-Szene.
Denn auf dem eigenen Firmengelände könnten sich Gründer unter den besten Bedingungen ansiedeln: Einerseits als eigene selbständige Unternehmen außerhalb der „sera Welt“ mit den erfolgreich beschrittenen, erprobten Pfaden, und doch nah genug daran samt dem dort über drei Generationen gereiften Wissen und den dort gesammelten Erfahrungen. Es könnte ein idealer Ort des Gebens und Nehmens von Impulsen, Inspirationen und Ratschlägen zwischen den Polen von Aufbruch und Bewahren sein. „So, wie der Science Park die Nähe zur Universität bietet, haben wir die Nähe zur angewandten Ingenieurkunst in einem erfolgreichen, international tätigen Unternehmen“, sagt Rahier: „Und zugleich sind wir unmittelbare Nachbarn der Universität dank der Regiotram, die beide Standorte im Rhythmus von 30 Minuten verbindet.“ Ein „Science Park 2“ in Immenhausen wäre für den Unternehmer vielleicht sogar ein Impuls, den Kasseler Norden, der als aufkommender Industriestandort vor langer Zeit schon mal ein großes Gründerzentrum war, inner- und außerhalb der Stadtgrenzen zu beleben. Rahier hat eine Vision von Unternehmen in den Unternehmen, vom Austausch der Innovatoren mit den erfahrenen Entwicklern im Spannungsfeld von Großstadt und Umland, „denn Menschen machen den Erfolg aus eines Unternehmens, und wir wollen die Mitarbeiter an ein neues Denken heranführen, ohne das Bewährte zu verlassen.“